Welche Cloud darf es sein?

Gerade im Business gibt es verschiedene Cloud-Lösungen. Eine Übersicht mit Vorteilen.

 

Von Stefan Schmid | 01.05.2017

 

Wer in die Cloud wechseln möchte, muss nicht zwingend seine ganze Informatik in ein externes Datacenter auslagern. Denn zwischen einer eigenen Infrastruktur und einem Full Outsourcing gibt es zahlreiche interessante Optionen. Sie können zum Beispiel nur einen Teil Ihrer IT auslagern oder den Wechsel in die Cloud «step by step» durchführen. Der Markt bietet garantiert die passende Cloud-Lösung für Ihre Bedürfnisse.

Häufig verstehen Unternehmer unter der Cloud ein Full Outsourcing der hauseigenen Informatik in das Datacenter eines IT-Dienstleisters. Dies ist aber nur die halbe Wahrheit, oder anders ausgedrückt: eine von vielen möglichen Varianten. Denn professionelle Cloud-Anbieter wie die Bechtle Steffen bieten auch ein Teil-Outsourcing, bei dem der Kunde nur einen Bereich seiner Informatik extern bezieht. Dies können z.B. die Hardware, einzelne Applikationen oder dedizierte Services aus dem Datacenter sein. Zwischen einer komplett selbst betriebenen Informatik und einem Full Outsourcing in die Cloud stehen den Kunden interessante Optionen offen.

 

Es gibt einige Gründe, nicht gleich die gesamte Informatik auszulagern und in die Hände eines Cloud-Providers zu geben. Manchmal sind es Zweifel an den eigenen Sicherheitsvorkehrungen, die ein Unternehmen veranlassen, in einem ersten Schritt nur wichtige Komponenten wie das Backup, Tools wie Antivirus oder Antispam oder das Monitoring extern zu beziehen.

 

Zuweilen stecken finanzielle Überlegungen hinter einer Annäherung an die Cloud in Etappen oder die Möglichkeit, den Cloud-Anbieter ohne tiefgreifende Verpflichtungen kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen. Ein anderes Argument für die schrittweise Einführung ist, dass ein Unternehmen die Mitarbeiter erst nach und nach an die Cloud und die damit oftmals verbundenen internen Umstellungen heranführen möchte.

 

Die Wahl der optimalen Lösung und Vorgehensweise hängt also von den jeweiligen Anforderungen des Unternehmens ab. Aktuell ist auf dem Markt von drei unterschiedlichen Bezugsvarianten die Rede: Infrastructure as a Service, Software as a Service und Desktop as a Service. Sozusagen als Einstieg in eine der drei Cloud-Optionen gibt es aber auch die erwähnte Möglichkeit, nur einzelne Services zu beziehen.

Bezug einzelner Cloud-Services

 

Der Bezug einzelner Services eines Cloud-Providers ist eine gute Möglichkeit, wenn im Unternehmen für einzelne wichtige IT-Bereiche die Kompetenzen oder Ressourcen fehlen oder eine etappenweise Annäherung an die Cloud als Informatikstrategie gewählt wurde.

 

Mögliche Services aus der Cloud:

  • Backup
  • Antivirus
  • Antispam
  • Tools für den Datenaustausch wie Sharefile
  • Web-Services: DNS, Hosting, Mail
  • Device Management
  • Monitoring
     

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Infrastructure as a Service

Bei der Lösung «Infrastructure as a Service», auch IaaS genannt, stellt der Cloud-Anbieter eine vollständige IT-Infrastruktur wie Storage, Hardware, Server und Netzwerkkomponenten in einem Datacenter zur Verfügung. Der Kunde mietet die benötigte Infrastruktur und greift über Datenleitungen auf das virtuelle System zu, während der Cloud-Anbieter sich für die Unterbringung, den Betrieb und die Wartung verantwortlich zeigt. Der Kunde übernimmt bei diesem Servicemodell die Bereitstellung der Systeme und Applikationen selber.
 

Vorteile von Infrastructure as a Service:

  • Cloud-Provider stellt Infrastruktur im Datacenter zur Miete
  • Kunde wartet nur noch seine Systeme, Applikationen und Endgeräte
  • Hohe Rechenleistung
  • Flexibilität der Infrastruktur
  • Hohe Verfügbarkeit
  • Hohe Reaktionsgeschwindigkeit bei Anpassungen
  • Transparentes Abrechnungsmodell
  • Dynamische Skalierung

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360° infrastructure

Software as a Service

 

Software as a Service (SaaS) geht noch einen Schritt weiter als IaaS: Der Kunde hat keinen Zugriff mehr auf die Infrastruktur, sondern bezieht die Applikationen direkt über das Internet aus dem Datacenter des Anbieters. Dieser verpflichtet sich, die optimale Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, die technischen Voraussetzungen interessieren den Kunden nicht. Die Applikationen gehören dem Cloud-Anbieter, der die Lizenzen dem Kunden verrechnet. Lediglich für die Endgeräte (PC, Laptop, Tablet, Smartphone) ist der Kunde noch selber verantwortlich.

 

Die Voraussetzung für die Nutzung von Software as a Service ist einzig und allein ein internetfähiges Endgerät (Smartphone, Tablet, Laptop oder PC). Besonders praktisch: Die Gebühren für die Nutzung und den Betrieb sind von der Anzahl User abhängig. Der Kunde bezahlt nur, was er effektiv benötigt. Mit dem SaaS-Modell können auch die Anschaffungs- und Betriebskosten der Software eingespart werden. Der Anbieter übernimmt die komplette Administration sowie weitere Dienstleistungen wie Wartungsarbeiten und Updates. So kann sich der Kunde voll und ganz auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

 

Die gespeicherten Daten sind bei professionellen Datacenter-Anbietern wie der Bechtle Steffen nach höchstmöglichen internationalen Sicherheitsstandards geschützt. Zudem kann der Kunde den Desktop (die Arbeitsoberfläche) jedes einzelnen Mitarbeiters individuell gestalten und lediglich die Applikationen aufschalten, die der Mitarbeitende benötigt.

 

Vorteile von Software as a Service:

  • Cloud-Anbieter stellt Infrastruktur, Systeme und Applikationen zur Verfügung
  • Kunde wartet nur noch seine Endgeräte
  • Schnelle Implementierung
  • Einfache Verwaltung
  • jederzeit aktuelle Releases und Patches dank automatischem Update- und Patch-Management
  • Security ist permanent auf dem neusten Stand
  • SaaS-Anwendungen können unmittelbar genutzt werden
     

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Desktop as a Service

 

Mit Desktop as a Service (DaaS) stellt der Provider einen kompletten IT-Arbeitsplatz als Dienstleistung zur Verfügung. Von der Infrastruktur im Datacenter über die Software bis zum Endgerät ist die Performance sämtlicher Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt. Die Kunden profitieren dadurch von maximaler Leistung, Verfügbarkeit und Sicherheit bei minimalem Aufwand.

 

Ein einzelner PC-Arbeitsplatz verschlingt hohe Kosten, deren sich die Geschäftsleitung eines KMU häufig nicht bewusst ist. Desktop as a Service macht Schluss mit den zahlreichen, unübersichtlichen Lizenzen und hohen Wartungskosten bei Bürorechnern, Serverhardware und Softwarekomponenten. Mit DaaS werden standardisierte Arbeitsplätze schlüsselfertig und kostenflexibel unabhängig vom Endgerät aus der Cloud bezogen, inklusive aller gewünschten Applikationen. Die wichtigen Apps und Daten sind jederzeit standortunabhängig mit jedem Endgerät erreichbar.

 

Vorteile von Desktop as a Service:

  • Cloud-Anbieter stellt komplette IT zur Verfügung
  • Kunde muss sich um nichts mehr kümmern: Rundum-sorglos-Paket
  • End-to-End-Service
  • Maximale Sicherheit
  • Transparente Kosten pro User
  • Konzentration auf die Kernkompetenz
  • Keine internen IT-Ressourcen mehr nötig
     

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360° desktop

 

Je nach Infrastruktur und Systemlandschaft haben KMU ganz unterschiedliche Anforderungen. Aber die Möglichkeiten mit professionellen Cloud-Lösungen sind so vielfältig, dass es auch garantiert für Ihr Unternehmen die passende Cloud-Lösung gibt. Welche Lösung auf Ihre Bedürfnisse passt, ist jedoch nicht auf einen Blick ersichtlich. Deshalb unser Vorschlag: Lassen Sie sich beraten. Es muss nicht unbedingt Full Outsourcing sein.

Stefan Schmid

Der Autor und Cloud-Experte

 

Stefan Schmid gehört seit 19 Jahren zur Bechtle-Familie und ist zuständig für die Planung und Integration von individuellen Client Server Lösungen. Als Kundenberater sieht er seine persönliche Mission darin, Kunden nicht nur zufrieden, sondern glücklich zu machen. In seiner Freizeit kultiviert er Beeren und Reben – 15 verschiedene um es genau zu nehmen.

 

Stefan Schmid

Cloud Sales